Konzentrationsprobleme
Im Augenblick bist du ziemlich von der Rolle. Nur mit Mühe kannst du vielleicht diesen Text lesen und ihm folgen. Du hast das Gefühl, nichts mehr aufnehmen zu können und dass deine Gedanken machen, was sie wollen. Auch wenn du dich noch so sehr anstrengst und zwingen willst, deine Gedanken scheinen zu flüchten und du kannst ihrer nicht habhaft werden.
Vielleicht hast du sogar Angst, verrückt zu werden bzw. vollkommen die Kontrolle zu verlieren. Vielleicht schießen deine Gedanken einfach wild durcheinander oder aber du hast eher das Gefühl, alles sei so wattig und wie eine Leere in deinem Kopf.
Begleiterscheinungen deiner Konzentrationsprobleme:
nichts merken können; nichts zu Ende denken können; deine Gedanken flüchten; verwirrt sein, keinen klaren Gedanken fassen können; vom Thema abschweifen; unaufmerksam sein; dich leicht ablenken lassen. Es gehen dir Gedanken durch den Kopf wie: "Es ist zu mühsam ... ", "Ich kann nicht ...".
Was du gegen Konzentrationsprobleme tun kannst
Deine Gedanken rasen, weil deine Seele und dein Körper im Augenblick in einer akuten Stresssituation sind. Du wirst nicht verrückt werden oder irgendetwas Dramatisches tun. Außerdem kannst du viel tun, um Körper und Geist zu beruhigen.
Atme bis tief hinunter in den Bauchraum. Dann lass den Atem langsam wieder ausströmen. Halte dann den Atem an und zähle von 1001 bis 1006 (eintausendundeins ... eintausendundsechs), dann atme wieder ein, aus und halte den Atem wieder an, während du zählst. Mache das einige Minuten lang, bis du ruhiger bist.
Schau aus dem Fenster und betrachte die Wolken oder die Menschen, die vorbeieilen. Zähle die roten Gegenstände, die es in deinem Büro oder in deiner Wohnung gibt. Summe dein Lieblingslied vor dich hin, blättere die alten Urlaubsbilder durch, usw.
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Nimm eine aufrechte Körperhaltung ein, gehe im Zimmer auf und ab und sage dir dabei: "Du kannst mit der Situation umgehen. Du wirst eine Lösung finden. Du wirst wieder ins Gleichgewicht kommen."
Geh aus der für dich im Augenblick bedrohlichen Situation und trinke langsam und bewusst ein Glas Wasser oder mach dir einen Tee.
Begebe dich in deiner Phantasie an einen Ort, an dem du dich wohl und geborgen gefühlt hast. Beispielsweise könnte dies sein: dein Lieblingssessel und du hast deine Katze auf dem Schoß; du liegst im Liegestuhl im Garten und die Sonne wärmt dich; du kuschelst mit deinem Partner auf dem Sofa. Versuche, diesen Ort vor deinem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Dann stelle dir vor, du befindest dich jetzt unmittelbar dort und spürst die Wärme, Liebe, Nähe, dein Wohlbefinden.
Schreibe deine Gedanken, die dir immer wieder durch den Kopf schießen, auf. Wenn du dir um etwas große Sorgen machst, so frage dich: "Was kann schlimmstenfalls passieren? Wie kann ich damit umgehen?", und suche nach Lösungsmöglichkeiten.
Wenn du an den Ursachen deiner Konzentrationsprobleme ansetzen möchtest
Hinter deiner Konzentrationsstörung können sich viele Ursachen verbergen. Z. B. könntest du unter einer Angsterkrankung, Zwangserkrankung, Sorgen, Depression, Burnout, generalisierten Angststörung einer posttraumatischen Belastungsstörung, ADHS oder einer Trauerreaktion leiden. Dann musst du daran arbeiten, diese seelische Krise zu bewältigen. Hier kann es für dich hilfreich sein, dir psychotherapeutische Unterstützung zu holen.
Auch Mobbing am Arbeitsplatz, Probleme in der Partnerschaft oder ein anderes Problem, das dich belastet, können deine Aufmerksamkeit von deinen alltäglichen Pflichten abziehen und deine Leistungsfähigkeit vermindern. Dann ist nicht die Konzentrationsstörung dein Problem, sondern die Ursachen, die dazu führen. Suche nach Lösungen und Bewältigungsmöglichkeiten für dein Problem, das dahinter steckt.
