Erste-Hilfe Tipps bei Schamgefühlen
Im Augenblick quälst du dich mit Schamgefühlen. Du hast irgendetwas gemacht, was du total peinlich findest. Du hast deinen Erwartungen nicht entsprochen oder du glaubst, dass alle anderen es besser gemacht hätten. Vielleicht hat ein anderer dich auch bei einer Schwäche ertappt, dich auf einen wunden Punkt angesprochen und du fühlst dich bloßgestellt. Am liebsten würdest du im Erdboden versinken oder einfach unsichtbar werden. Du denkst: "So eine Blamage. Jetzt bin ich unten durch." Oder "Ich habe mich total lächerlich gemacht, bin unfähig. Keiner will mit mir noch was zu tun haben." Du verurteilst dich für dein Verhalten oder deine Eigenheit und nimmst an, dass andere dich genauso negativ sehen. Vielleicht überlegst du dir, wie du die Situation noch retten und dein Gesicht wahren kannst.
Begleiterscheinungen deiner Schamgefühle:
Herzrasen, erröten, zittern, Schweißausbrüche, räuspern, deinen Blick senken oder abwenden, verlegen lachen, nach einer Ausrede oder Entschuldigung suchen, dich verurteilen, dich minderwertig fühlen, wütend auf dich sein, über die Meinung der anderen nachgrübeln, den anderen angreifen, dem anderen die Schuld zuschieben, dich übertrieben entschuldigen,
Wie du deine Schamgefühle lindern kannst
Es ist da, weil du denkst, dass du dich für etwas schämen musst. Auch wenn es dir nicht gefällt, lass es für den Moment zu. Du wirst dich gleich auch wieder besser fühlen können.
Als Mensch hast du wie jeder andere von Geburt an mit Eigenheit mitbekommen, dass du ab und zu ungeschickt ist, Fehler machst oder einfach nicht perfekt bist. Sage dir deshalb: "Ich bin bereit zu akzeptieren, dass mir ein Missgeschick passiert ist,. Das ist menschlich."
Wenn du dich nicht so verhältst, wie du es vor dir erwartest oder wie andere es von dir erwarten, dann hast du zwar einen Fehler gemacht, aber du bist deshalb kein genereller Versager. Ein Missgeschick oder Fehler verändert nicht deinen Wert als Mensch. Es ist etwa so, als ob auf einem großen Baum mit üppigem grünen Blattwerk ein einzelnes welkes Blatt hängen würde.
Vermutlich bist du anderen gegenüber sehr viel großzügiger als dir gegenüber, wenn diesen das gleiche Missgeschick wie dir passiert wären. Du würdest vielleicht sagen: "Das kann doch jedem mal passieren." oder "Das ist doch kein Beinbruch." Wie wäre es, wenn du dich auf die gleiche Weise tröstest?
Welche Bedeutung hat dein Fehler für dein weiteres Leben? Wie wirst du wohl in 5 Jahren deinen Fehler einschätzen?
Je mehr du dir jetzt, nachdem der Lapsus passiert ist, Vorwürfe machst und mit dir haderst, desto größer erlebst du den Vorfall als Versagen. Lasse die Vorwürfe los und sage dir: "Stopp, die Situation ist vorbei. Ich kümmere mich jetzt um die Gegenwart."
Schau nicht wie mit einer Lupe auf dein Missgeschick, sondern schau mit einer Weitwinkelkamera auf all deine Erfolge.
Wenn du an den Ursachen deiner Schamgefühle ansetzen möchtest
Die Ursache deiner Schamgefühle liegt in deiner Forderung, perfekt sein zu müssen, und dem Verurteilen für deine Fehler. Um deine Schamgefühle zu überwinden, musst du diese Forderung aufgeben. Es ist außerdem wichtig, dass du dich unabhängiger von der Meinung anderer machst. Wenn du Schwächen zulässt und anderen erlaubst, diese zu sehen, dann kann dir nicht mehr viel passieren.
Es geht dabei nicht darum, dass dir einfach egal ist, wie du dich verhältst und was dein Verhalten bei anderen bewirkt. Du solltest dich schon darum bemühen, dich deinen Vorstellungen entsprechend zu verhalten.
Mit Schamgefühlen ist jedoch niemandem gedient. Es genügt, wenn du dich bemühst, dich nach deinen Wünschen zu verhalten - und wenn es nicht klappt, dein Verhalten für den Moment akzeptierst.
